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von Ulf Plessentin (Freie Universität Berlin, Institut für Religionswissenschaft)

Das Institut für Religionswissenschaft und das Dahlem Humanities Center der Freien Universität Berlin freuen sich, den bekannten US-amerikanischen Philosophen und Kognitionsforscher Daniel C. Dennett am Mittwoch, den 23. Juni 2010, zu einem öffentlichen Vortrag mit anschließender Diskussion begrüßen zu können.

In seinem Vortrag “The Evolution and Domestication of Religions” setzt sich Dennett mit den Ursprüngen, den Funktionsweisen und Gefahren von Religionen auseinander und erklärt, wie sie sich zu robusten sozialen Institutionen entwickeln konnten. Dabei knüpft er an die Thesen seines Bestsellers Den Bann brechen. Religion als natürliches Phänomen an, in dem er für die uneingeschränkte wissenschaftliche Erforschung von Religionen plädiert.

Gemeinsam mit den Religionskritikern Richard Dawkins, Sam Harris und Christopher Hitchens wird Dennett als Hauptvertreter des sog. “Neuen Atheismus“ angesehen, der in dem DFG-Forschungsprojekt “Die ‘Rückkehr der Religionen’ und die Rückkehr der Religionskritik” am Institut für Religionswissenschaft erforscht wird. Die sog. “Neuen Atheisten” äußern sich in der öffentlichen Debatte über die Stellung von Religionen in der Gesellschaft immer wieder sehr kritisch.

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt, der Eintritt ist frei.

Datum und Ort:

Mittwoch, 23. Juni 2010, 18.15 Uhr - Gebäudekomplex der Geisteswissenschaften der FU, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin - (U-Bhf. Dahlem Dorf, Linie U3), Raum KL 32/123

Um Anmeldung bis zum 16. Juni 2010 unter admin [at] dhc.fu-berlin.de wird gebeten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung “The Evolution and Domestication of Religions”

Informationen über neue Websites zur Religionswissenschaft veröffentliche ich immer gerne. So auch für dieses gelungene Projekt der Uni Hannover:
weiter lesen: Religionswissenschaft studieren

Ist das Studium der Religionswissenschaft für einen geeignet oder besser nicht? Mit dem Online-Selbsttest der Religionswissenschaft Hannover kann man’s rausfinden:
weiter lesen: Ein Studium der Religionswissenschaft beginnen? Der Online-Selbsttest

Anscheinend können kurz Entschlossene noch an der Tagung “Wozu braucht es Rituale? Kulturwissenschaftliche und neurobiologische Perspektiven” teilnehmen. Die Tagung wird von der Gottlieb Daimler und Karl Benz Stiftung und der Leitung von Prof. Dr. Axel Michaels (Südasien-Institut der Universität, Heidelberg) und findet am 20. Mai in Berlin statt:

Programm

9:30-9:40: Eröffnung
Prof. Dr. Rainer Dietrich, Vorstand der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung und Inhaber des Lehrstuhls für Psycholinguistik an der Humboldt-Universität
9:40-10:15: Einführung: Die formale und emotionale Struktur der Rituale
Prof. Dr. Axel Michaels, Professor für Klassische Indologie und Sprecher des Sonderforschungsbereich “Ritualdynamik”, Universität Heidelberg
10:15-11:00: Gedächtnisspuren: eimaliges oder wiederholtes Erleben
Prof. Dr. Hannah Monyer, Professorin für klinische Neurobiologie, Universität Heidelberg
11:30-12:15: Ritual und Emotion als bio-kultureller Prozess
Prof. Dr. Birgit Röttger-Rössler, Professorin für Ethnologie, Freie Universität Berlin
12:15-13:00: Das Management zwischen Routine und Kreativität
Dr. Jürgen Häussler, Interbrand Zintzmeyer & Lux AG, Zürich
14:30-15:15: Zur Evolutionsbiologie von Ritualen
Prof. Dr. Volker Sommer, Professor für Evolutionary Anthropology, University College London
15:15-16:00: Ritual: its causes and consequences (Vortrag in Englisch)
Prof. Dr. Harvey Whitehouse, Professor für Sozialanthropologie, Oxford University
16:30-18:00 Podiumsdiskussion
Teilnehmer: Dr. Christan von  Scheve (Berlin), Dr. Henrik Jungaberle (Heidelberg), Prof. Dr. William S. Sax (Heidelberg) und andere; Moderation: Prof. Dr. Christoph Wulf, SFB 447 “Kulturen des Perfomativen”, FU Berlin
20:00-21:00 Abendvortrag: Ritual und Freiheit
Prof. Dr. Wolf Singer, Direktor der Abteilung für Neurophysiologie am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in
Frankfurt am Main

Anmeldung, weitere Infos, Anfahrt, Ort (Gottlieb Daimler und Karl Benz Stiftung).

Presseinformation des Herder-Verlags:

“Das Thema Islam steht im Fokus der Öffentlichkeit, dabei kommen Imame nicht vor. Über sie ist kaum etwas bekannt, obwohl sie eine wichtige Funktion in der muslimischen Community haben. Rauf Ceylan schließt jetzt diese Lücke. Für sein Buch Die Prediger des Islam hat er zahlreiche Interviews mit Imamen geführt. Er gibt Einblick in ihr Alltagsleben, ihre Aufgabenbereiche, Bildungs- und Ausbildungshintergrund sowie Aufenthalts- und Beschäftigungsverhältnisse.”

weiter lesen: Buchhinweis: Die Prediger des Islam. Imame - wer sie sind und was sie wirklich wollen

Vom 22. bis 24. April findet in Marburg die Gründungstagung des Zentrums für Interdisziplinäre Religionsforschung statt. Thema der Tagung: “Religiöse Minderheiten und gesellschaftlicher Wandel“:

“In Zeiten zunehmender Wichtigkeit von Religionsfragen auf der einen, Ethnisierung von Religion und Säkularisierung auf der anderen Seite ist die Analyse der Dynamik religiöser Minderheiten für das Verständnis individueller, gesellschaftlicher und politischer Prozesse unabdingbar.

Der Blick auf religiöse Minderheiten schließt notwendigerweise den Blick auf Mehrheiten und die Frage nach Dominanz und der Dynamik von Marginalisierungsprozessen mit ein. Das zu untersuchende Feld umfasst dabei sowohl die großen etablierten religiösen Traditionen, Systeme und Organisationen als auch deviante Gruppen, Abspaltungen und religiöse Neugründungen sowie solche neuen Formen von Religionen, die nicht institutionalisiert sind, sondern im Kontext individualistischer Glaubensformen und halbprivater Gemeinschaften zu finden sind.

Die Analyse dieser Kontexte richtet sich dabei sowohl auf soziale, politische und historische Rahmenbedingungen als auch auf die Erforschung religiöser Phänomene und Strömungen im engeren Sinne. Der Blick auf Prozesse der Tradierung, Kanonisierung, Normierung und auch Spezifizierung sowie Abgrenzung erhält dabei eine besondere Bedeutung.”

Weitere Informationen zur Tagung “Religiöse Minderheiten und gesellschaftlicher Wandel”.

Bereits im Januar hat der Wissenschaftsrat die “Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen” veröffentlicht. In diesen Empfehlungen geht auch um die Zukunft der universitären Religionswissenschaft in Deutschland. Ich werde die Empfehlungen in diesem Post nicht kommentieren. Dies liegt nicht daran, dass ich keine Meinung dazu hätte, sondern daran, dass ich mangels ausreichender Zeit noch nicht dazu gekommen bin, das 158 Seiten starke Werk zu lesen: Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen (PDF).

Unter dem Titel “Religionswissenschaft Reloaded: Perspektiven im 21. Jahrhundert” findet vom 13. bis 16. Mai das 17. Studierendensymposium der Religionswissenschaft statt, zum zweiten Mal in Hannover. Das viertägige Programm, das von Studierenden für Studierende gestaltet wird, umfasst neben Vorträgen auch Workshops, bei denen die Teilnehmer/-innen eigene wissenschaftliche Projekte vorstellen und fachlich diskutieren können. Die Förderung und Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie ein hochschulpolitischer und persönlicher Austausch stehen damit im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Inhaltlich setzt sich das Symposium im Jahr 2010 unter dem Motto “Religionswissenschaft Reloaded” insbesondere mit der Positionierung der Religionswissenschaft und ihren Aufgaben im 21. Jahrhundert auseinander.

Am Samstag, den 15. Mai, findet um 16.30 Uhr im Kesselhaus ein Public Panel statt, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Der Eröffnung der Veranstaltung durch die Schirmherrin Edelgard Bulmahn folgt eine Podiumsdiskussion mit folgenden Personen: Prof. Peter Antes (Hannover), Prof. Christoph Bochinger (Bayreuth) sowie Prof. Edith Franke (Marburg). Das Public Panel ist öffentlich.

Anmeldungen zum Symposium werden bis zum *bis zum 31.03.2010 *entgegen genommen.  Das Anmeldeformular findet sich auf der Website: www.religionswissenschaft- reloaded.de

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